KOPENHAGEN, DÄNEMARK / EuroWire / – Seit dem 21. Juni wurden in Europa mehr als 1.300 zusätzliche Todesfälle registriert, da eine anhaltende Hitzewelle Millionen Menschen gefährlichen Temperaturen aussetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, die Todesfälle stünden im Zusammenhang mit der extremen Hitze in der Region. Häuser, Schulen, Verkehrssysteme und Stromnetze seien während einer der intensivsten Frühsommerhitze-Ereignisse der letzten Jahre stark belastet gewesen.

Die Hitzewelle hat weite Teile West-, Mittel- und Osteuropas erfasst. In mehreren Gebieten stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad Celsius, und viele Städte gaben Warnungen für ältere Menschen, Kinder, im Freien arbeitende Personen und chronisch Kranke heraus. Behörden riefen die Bevölkerung außerdem dazu auf, die Mittagshitze zu meiden, ausreichend Wasser zu trinken, nach gefährdeten Angehörigen zu sehen und, wo vorhanden, öffentliche Kühlräume zu nutzen.
Frankreich meldete laut nationalen Gesundheitsbehörden rund 1.000 zusätzliche Todesfälle während der Hitzewelle. Die meisten Opfer waren 65 Jahre und älter, und erste Daten zeigten einen starken Anstieg der Todesfälle an den heißesten Tagen. Auch Spanien verzeichnete über sein nationales Überwachungssystem Hunderte hitzebedingte Todesfälle, was die regionalen Opferzahlen durch das extreme Wetter noch erhöhte.
Die Gesundheitssysteme stehen unter zunehmendem Druck
Die europäische Hitzewelle hat den Alltag in mehreren Ländern beeinträchtigt. In einigen Gebieten blieben Schulen geschlossen, Notrufe nahmen zu, und Verkehrsbetriebe reduzierten oder stellten ihren Betrieb ein, wo Gleise, Straßen und Fahrzeuge von den hohen Temperaturen betroffen waren. Auch die Stromversorgung geriet unter Druck, da der Kühlbedarf stieg und die Hitze Teile des Energienetzes beeinträchtigte.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erklärte, die Hitze habe auf eine Periode mit wiederholten Temperaturrekorden in ganz Europa gefolgt. In Teilen Deutschlands, Polens und Tschechiens wurden nationale Rekordwerte gemeldet, während Frankreich, Spanien, Italien und andere Länder mit extremen Hitzewarnungen konfrontiert waren. Wetterdienste warnten zudem, dass nach den extremen Hitzewellen in einigen Gebieten Gewitter auftreten könnten, die zusätzliche Risiken für Reisen und Rettungseinsätze mit sich bringen.
Übermäßige Todesfälle deuten auf Hitzeeinwirkung hin
Die Übersterblichkeit misst, wie viele Menschen im Vergleich zur üblicherweise zu erwartenden Zahl im gleichen Zeitraum zusätzlich gestorben sind. Sie bestätigt nicht immer, dass Hitze die direkte medizinische Todesursache war. Gesundheitsbehörden nutzen diese Kennzahl, um die umfassenderen Auswirkungen von Hitzewellen zu beurteilen, darunter Todesfälle, die mit Herzerkrankungen, Atemwegserkrankungen, Dehydrierung oder verzögertem Zugang zur medizinischen Versorgung zusammenhängen können.
Die jüngste Hitzewelle in Europa hat die Planung von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit für extreme Hitze erneut in den Fokus gerückt. Behörden haben Warnsysteme, Kühlräume, Schulschließungen und Leitlinien für Arbeitgeber eingesetzt, um die Belastung zu reduzieren. Gesundheitsexperten weisen darauf hin, dass ältere Menschen, isoliert lebende Personen, Säuglinge, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen bei anhaltenden hohen Temperaturen am stärksten gefährdet sind.
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