EuroWire , BRÜSSEL: Die Europäische Union hat ihre Bemühungen zum Schutz ihrer Weltrauminfrastruktur verstärkt, da Satellitenstörungen, Cyberrisiken und die Überlastung der Umlaufbahn immer wichtiger für die Sicherheitsagenda des Blocks werden. Die Initiative kombiniert einen geplanten EU-Weltraumgesetzentwurf mit operativen Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung, Signalauthentifizierung und sicheren Kommunikation und erweitert damit die umfassenderen Sicherheitsbemühungen der EU-Weltraumstrategie für Sicherheit und Verteidigung. Die Maßnahmen umfassen Dienste, die Navigation, Transport, Regierungskommunikation und andere kritische zivile und öffentliche Funktionen unterstützen.

Die Europäische Kommission legte im Juni 2025 den EU-Weltraumgesetzentwurf als ersten harmonisierten Rahmen für Weltraumaktivitäten innerhalb der EU vor. Der Entwurf enthält Regeln zu Sicherheit , Resilienz und Nachhaltigkeit, darunter Anforderungen für die Verfolgung von Weltraumobjekten, die Begrenzung von Weltraummüll, die sichere Entsorgung von Satelliten nach Missionsende, das Management von Cybersicherheitsrisiken und die Meldung von Vorfällen. Er führt außerdem Umweltverträglichkeitsprüfungen ein und gilt nicht nur für EU-Betreiber, sondern auch für Unternehmen außerhalb der EU, die Weltraumdienstleistungen auf dem europäischen Markt anbieten.
Daten der Kommission zeigen, dass der Regulierungsdruck angesichts des stark zunehmenden Drucks im Weltraum steigt. Mehr als 11.000 Satelliten befinden sich bereits im All, und in den nächsten zehn Jahren werden bis zu 50.000 weitere erwartet, während gleichzeitig über 128 Millionen Trümmerteile im Orbit kreisen. EU-Institutionen erklären, dass die steigende Dichte das Kollisionsrisiko erhöht und die Sicherheit von Systemen, die Navigation, Zeitmessung, Kommunikation und Erdbeobachtung gewährleisten, gefährdet. Der Gesetzentwurf wird derzeit vom Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten geprüft.
EU verschärft Sicherheitsregeln für den Weltraum
Parallel zu den gesetzlichen Initiativen hat die Union die operative Überwachung über ihr Weltraumüberwachungs- und -verfolgungsnetzwerk (SST) ausgebaut. Das EU-SST-System nutzt bodengestützte Sensoren, um Kollisionsrisiken zu bewerten, Auseinanderbrechen zu analysieren und unkontrollierte Wiedereintritte zu überwachen. Die Europäische Raumfahrtagentur (EU-ASP) fungiert dabei als zentrale Anlaufstelle für die Nutzer. Offizielle Programmdaten zeigen, dass mittlerweile über 300 Organisationen diese Dienste in Anspruch nehmen und mehr als 600 Satelliten geschützt werden. Das Verkehrsmanagement ist somit ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie der EU.
Die EU hat außerdem Maßnahmen ergriffen, um Navigationssignale besser vor Manipulationen zu schützen. Galileos Open Service Navigation Message Authentication (OSNMA) ist seit Juli 2025 in Betrieb und ermöglicht kompatiblen Empfängern die Überprüfung, ob ein Signal tatsächlich aus dem europäischen System stammt und nicht gefälscht wurde. Diese Authentifizierungsebene wurde eingeführt, da Fälle von Fehlsignalen in Teilen Europas und angrenzenden Regionen häufiger auftraten und Branchen wie die zivile Luftfahrt, die Schifffahrt, den Straßenverkehr und Drohnen, die auf verlässliche Positionsdaten angewiesen sind, beeinträchtigten.
Signal- und Dienstkontinuität
Der Druck auf Satellitendienste ist in der Luftfahrt zunehmend spürbar. Im Juni 2025 veröffentlichten die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) einen gemeinsamen Maßnahmenplan, nachdem sie einen anhaltenden Anstieg von Stör- und Spoofing-Vorfällen in Osteuropa und dem Nahen Osten gemeldet hatten. Ihre Reaktion forderte eine verstärkte Informationsbeschaffung, Präventionsmaßnahmen, eine bessere Nutzung der Infrastruktur und des Luftraummanagements sowie eine engere Koordinierung zwischen den Behörden, da die Störungen häufiger und komplexer werden.
Europas umfassendere Antwort beinhaltet auch Instrumente für sichere Verbindungen und die Koordinierung der Branche. Die Kommission unterzeichnete im Dezember 2024 den Konzessionsvertrag für das IRIS²-System, das eine Konstellation von 290 Satelliten in mehreren Umlaufbahnen für sichere Kommunikation umfasst. Der EU Space ISAC hielt 2025 seine erste Generalversammlung ab, um den Informationsaustausch innerhalb des Sektors zu intensivieren. Diese Schritte zeigen, dass die Union Regulierung, Überwachung, Signalschutz und sichere Infrastruktur in einem einheitlichen Rahmen für Weltraumsicherheit verknüpft, da die Risiken im Orbit weiter zunehmen.
Der Beitrag „EU verschärft Weltraumsicherheit angesichts von Satellitenrisiken“ erschien zuerst auf Ireland Sun.
